MBSR - Stressbewältigung und Vorbeugung durch Achtsamkeit

Was ist Stress?

Ich schaff‘ das einfach nicht, es wird mir alles zu viel, ich kann einfach nicht mehr… Das Herz rast, der Atem wird schneller, wir schwitzen, die Muskeln verspannen. Stress ist eine natürliche Antwort des Körpers auf bestimmte Anforderungen. Er erwies sich in der Menschheitsgeschichte als sinnvoll, als der tägliche Überlebenskampf eine schnelle Angriffs- und Fluchtreaktion erforderte. Wie ist es heute?
Stress entsteht durch den Glauben, einer Situation nicht gewachsen zu sein oder nicht mehr ertragen zu können. Bereits der Gedanke „Ich schaff das einfach nicht“ reicht häufig dafür aus. Stress wird meist mit negativem Stress gleichgesetzt, den eine zu große körperliche und seelische Belastung für das Nervensystem auslöst. Zeitdruck am Arbeitsplatz oder in der Familie, doppelte bis dreifache Belastung durch Berufstätigkeit, Familie und persönliche Entwicklung, Schlafentzug, Lärm, plötzliche oder chronische Krankheiten, Schmerzen, Meinungsverschiedenheiten, soziale Isolation, Veränderungen aller Art der Lebensumstände, Arbeitslosigkeit und finanzieller Druck können Auslöser für negativen Stress sein. Häufig sind es aber auch die kleinen Ärgernisse und Anforderungen des Alltags. Und manchmal kommt alles zusammen.

Wann ist Stress zu viel?

Dauerstress macht krank. Zu viel und anhaltender Stress macht krank, aus Daueranspannung wird Erschöpfung und Abgespanntheit. Langfristig führt dies zu Störungen und Erkrankungen des Verdauungssystems, des Nervensystems, des Herz-Kreislauf-Systems und des Immunsystems. Wer unter Dauerstress leidet, wird schneller krank und langsamer wieder gesund. Viren und andere Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel. So können beispielsweise in stressigen Zeiten Herpesbläschen wiederkehren, die das Immunsystem sonst gut im Griff hat. Wunden heilen langsamer und sogar Impfungen wirken bei dauerhaft gestreßten Menschen schlechter.

Der Körper sendet Warnsignale: Kopfschmerzen, kalte Hände und Füße, Verdauungsprobleme, Nacken und Rückenverspannungen, Übelkeit, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Zähneknirschen oder Hautprobleme: Wenn wir diese Warnsignale verspüren ist es an der Zeit, sich aktiv um mehr Entspannung zu bemühen.
Aber auch starke Gefühlsausbrüche und hohe Reizbarkeit, ein erhöhter Konsum von Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen, die Zunahme oder Abnahme von Gewicht, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, Angst oder Panikzustände sowie das Gefühl, sich nicht mehr entspannen zu können, Schlafprobleme oder Sexualstörungen sind ernstzunehmende Hilferufe des Körpers. Wenn wir stark unter Stress stehen, steigt außerdem das Unfallrisiko, wir sind weniger leistungsfähig, machen mehr Fehler und fühlen uns häufig unwohl. Der Alltag erfordert nahezu unsere gesamte Energie. Es ist wichtig, mit der eigenen Energie bestmöglich zu haushalten und Überbelastungen zu vermeiden.
Wie man mit Überforderungen fertig wird, kann man erlernen. Und auch die positive Nutzung der Stressenergie kann eine sinnvolle Form des Umgangs mit Stress sein.

Stress durch Achtsamkeit bewältigen und vorbeugen

In der Übung der Achtsamkeit wendet man sich der Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks unmittelbar zu, unabhängig davon, ob diese Erfahrung als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Man betrachtet aufmerksam das, was tatsächlich vorhanden ist, hat somit die Möglichkeit, den natürlichen Verlauf von Widerständen, Grübeleien, sonstigen Gedanken und Gefühlen zu erleben, wie sie kommen, eine Weile da sind und dann wieder verschwinden.

Eine achtsame Haltung gegenüber dem Leben und der Erfahrung im jetzigen Augenblick ermöglicht ein tiefes Erkennen unserer Bedürfnisse, Motive und Wünsche. Wir können klare Einblicke in unsere gewohnheitsmäßigen Reaktionen gewinnen. Der daraus folgende Prozeß der Klärung und des Ordnens schafft Raum für neue Perspektiven in schwierigen Situationen, und ermöglicht einen nichtanhaftenden Umgang mit belastenden Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Auf diese Weise wirkt die Praxis der Achtsamkeit heilsam.


Spruch des Moments

Welchen Sinn hat das Leben eines Menschen, der keine Zeit hat?

Frank Wedekind



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